Auftakttagung: Erbe ’89. Politisierung der Erinnerung – Deutungsversuche und Erklärungsansätze

Die Tagung geht von dem charismatische Ereignis ’89 aus und rückt die tiefe Prägekraft der Ereignisse für Gegenwartsdeutungen und politische Orientierungen in den Mittelpunkt. Über den Begriff der Politisierung zielt sie auf gegenwärtige Aneignungen von 1989. Die Tagung findet im im Saal der Bibliotheca Albertina der Universität Leipzig statt. Wir bitten um Anmeldung bis zum 31. Oktober 2019 unter info@erbe89.de.

Als Einstieg zur Tagung zeigen wir in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung am 28.11.2019 um 19 Uhr im Vortragssaal der Bibliotheca Albertina den Dokumentarfilm "Letztes Jahr Titanic" (1991) von Andreas Voigt. Im Anschluss laden wir ein zu einem Gespräch mit dem Regisseur.

"Zur Aktualität von 1989 als Widerstandserzählung" - neue Projektpublikation

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung, widmet sich dem 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution. Unter dem Titel "Das letzte Jahr der DDR" versammelt das Heft Beiträge u.a. zur Frage wofür die friedliche Revolution 30 Jahre nach dem Mauerfall steht und welche Rolle die Erinnerung in aktuellen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen in Ostdeutschland spielt. Greta Hartmann und Alexander Leistner aus dem Teilprojekt zur "Politisierung von 1989" haben dafür einen Aufsatz beigetragen, der einen Abriss über geschichtpolitische Bezugnahmen und Instrumentalisierungen von 1989 im Kontext von Protestbewegungen liefert. Dabei wird auch die Rolle von 1989 in den aktuellen ostdeutschen Wahlkämpfen beleuchtet. Eine Übersicht der aktuellen Debatte über die Instrumentalisierung der friedlichen Revolution hat die Robert Havemann Gesellschaft erstellt. Sie dokumentiert dort Stellungnahmen und Zeitungsbeiträge zu dieser Diskussion.


 

Szenische Lesung mit Manja Präkels

1989/90. Brandenburgische Provinz. Landleben zwischen Lethargie und Lebenslust. Mimi und Oliver sind Nachbarskinder und Angelfreunde. Sie spielen Fußball zusammen und berauschen sich bei Familienfesten an den Schnapskirschen ihrer Eltern. Mit dem Mauerfall zerbricht ihre Freundschaft. Mimi wird zur linken Zecke, Oliver unter dem Kampfnamen Hitler zum Anführer von marodierenden Jugendbanden.

In ihrem Debütroman erzählt die 1974 in Zehdenick/Mark geborene Autorin Manja Präkels von Jugendlichen zur Wendezeit. Es geht um das Verschwinden von Vertrautem, um Freundschaften und Wut, um Aufbrüche und Weggehen und um die Frage, wie damit umgehen, wenn die eigene Heimat Angst macht. Der Roman Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß ist autobiographisch geprägt. Es ist ein historisches Buch und ein hochaktuelles. Präkels erhielt für ihren Roman 2018 u.a. den Jugendliteraturpreis sowie den Anna-Seghers-Preis. Sie gehört heute zu den wichtigsten Stimmen zum Thema Rechtsextremismus und Ostdeutschland.